Fördermittel-Millionen im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) gehen zurück nach Mainz
Das geplante Nahwärmenetz mit Übergabestation zwischen dem Seilgenfelder Weg und dem Gemeindezentrum im Ortsteil Hoppstädten wird nicht realisiert. Trotz intensiver Vorbereitungen, umfassender Information für die Anlieger sowie einer grundsätzlich positiven Ausgangslage konnte eine erforderliche Anschlussquote nicht erreicht werden. Damit wäre das Projekt unwirtschaftlich, sodass die Gemeinde das Vorhaben einstellt.
Ziel der Planung war es, mehrere Gebäude über ein zentrales Wärmenetz effizient und möglichst klimafreundlich mit Energie zu versorgen. Solche Systeme gelten als wichtiger Baustein der Energiewende, da sie eine gemeinschaftliche oft ressourcenschonendere Wärmeversorgung ermöglichen. Im Rahmen des KIPKI-Wettbewerbs wäre sogar eine vollständige Förderung der Hauptleitung möglich gewesen.
Entscheidend für die Umsetzung war jedoch eine ausreichend hohe Beteiligung der Anlieger. Trotz Informationsveranstaltungen und Beteiligungsangeboten entschieden sich zu wenige für einen Anschluss. Für einen wirtschaftlichen Betrieb ist jedoch eine hohe Wärmedichte erforderlich – also genügend Abnehmer auf engem Raum. Wird diese nicht erreicht, steigen die Kosten pro Anlieger deutlich an, wodurch eine bezahlbare Wärmeversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann.
Wahrscheinlich spielten bei der Entscheidung der Anlieger verschiedene Bedenken eine Rolle. Die Entwicklungen auf dem Energiemarkt sind derzeit schwer vorhersehbar, insbesondere mit Blick auf mögliche Preissteigerungen bei Brennstoffen. Gleichzeitig stehen alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen zur Verfügung, die individuell planbar sind. Diese Faktoren sowie Investitionskosten und lange Amortisationszeiten haben sicherlich die Entscheidung vieler Eigentümer beeinflusst und zu einer Zurückhaltung geführt.
Mit der Einstellung der Weiterentwicklung endet vorerst die Idee einer Wärmeversorgung mit Bürgerbeteiligung in diesem Bereich.
Manuel Weber, Bürgermeister der Ortsgemeinde Hoppstädten-Weiersbach, erklärt dazu:
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Das Nahwärmenetz hätte eine große Chance für eine nachhaltige und gemeinschaftliche Wärmeversorgung geboten. In der aktuellen Situation mit vielen Unsicherheiten auf dem Energiemarkt ist es nachvollziehbar, dass sich nicht genügend Haushalte für einen Anschluss entscheiden konnten. Ohne die erforderliche Beteiligung fehlt dem Projekt jedoch die wirtschaftliche Grundlage. Daher war es nun notwendig, diesen Schritt zu gehen.“