Traditionen und Bräuche | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Dreifaltigkeits- und Fronleichnamsprozession in Hoppstädten-Weiersbach

Traditionen und Bräuche

Traditionen und Bräuche noch zeitgemäß?

Sie sind ein wichtiger Teil unseres Zusammenlebens

Warum Traditionen und Bräuche unserer Meinung nach weiterhin relevant sind:

  • Sie stiften Identität und Zusammenhalt. Menschen brauchen Rituale, um sich zugehörig zu fühlen – gerade in einer Zeit, die oft schnelllebig wirkt.

  • Sie geben Orientierung. Feste Abläufe, wiederkehrende Feiern und vertraute Symbole schaffen Stabilität.

  • Sie verbinden Generationen. Traditionen sind ein gemeinsamer Nenner zwischen Jung und Alt – ein sozialer Kitt, der sonst fehlen würde.

Traditionen und Bräuche geben also Orientierung, stiften Gemeinschaft und zeigen, wie Kultur und Regeln über Generationen weitergegeben werden. Gleichzeitig verändern sie sich im Laufe der Zeit – weil jede Generation eigene Impulse setzt und so Verbindungen zwischen Alt und Jung entstehen. Wir berichteten auch bereits im letzten Jahr hier in der OrtsApp.

Dreifaltigkeitsprozession im Ortsteil Weiersbach

Anlässlich der Dreifaltigkeitsprozession am Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit haben viele engagierte Menschen zum feierlichen Gottesdienst mit Sakramentsprozession im Ortsteil Weiersbach beigetragen. Die Freiwillige Feuerwehr Hoppstädten‑Weiersbach übernahm sowohl das Tragen des Himmels als auch die Verkehrssicherung. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Musikverein Hoppstädten und der Kirchenchor Cäcilia Bleiderdingen, die Gottesdienst und Prozession eindrucksvoll begleiteten.

Während des gesamten Weges wurden die Teilnehmenden zudem von den Böllerschützen vom Weiersbacher Berg mit festlichen Böllerschüssen begleitet. Einige Kommunionkinder des Jahrgangs 2026 nahmen in ihren festlichen Gewändern ebenfalls teil und setzten einen schönen Akzent.

Unter Gebeten und Liedern führte der Prozessionsweg von der Kirche zum alten Friedhof, wo ein überliefertes Gelübde erfüllt wurde. Dort erwartete die Gläubigen ein geschmücktes Kreuz sowie ein liebevoll gestalteter Blumenteppich, den eine engagierte Gruppe vorbereitet hatte.

Im Anschluss an den Segen ging die Prozession zurück zur Pfarrkirche, wo zum Te Deum der Schlusssegen vom Pfarrer Samson Takpé erteilt wurde.

Schnittlauchkerb in Weiersbach und traditionelles „Katzekopp-Schießen“

Der Startschuss zur Kirmes im Ortsteil Weiersbach fiel am Freitagabend mit dem traditionellen Fassanstich und einer Disco. Am Samstag eröffneten die Bleiderdinger Böllerschützen um 18:00 Uhr offiziell das Kirmeswochenende. Bis 20:00 Uhr gaben sie im Viertelstundentakt jeweils drei Schüsse mit ihren „Katzenköpp“ (historische Böllerkanonen) ab.

Der Samstagabend stand ganz im Zeichen von AuxTank, die mit ihrem musikalischen Mix aus Finest Rock, Punk und Pop für eine großartige Stimmung sorgten. Die Band lieferte eine energiegeladene und sehr stimmungsvolle Show ab, die in der SVW-Halle für beste Atmosphäre sorgte. Bei bestem Wetter hielten sich jedoch viele Besucherinnen und Besucher draußen am Bierstand und im kleinen Vergnügungspark mit Karussell & Co. auf – schade, denn drinnen wartete ein wirklich starkes Live‑Erlebnis.

Und am Sonntag folgte nach dem musikalischen Frühschoppen mit dem Musikverein 1921 Hoppstädten e.V. dann die Straußrede der Weiersbacher Straußjugend. Mit viel Witz und in schönem Dialekt trugen die jungen Leute ihre Anekdoten und Geschichten in gereimter Form vor – ein Höhepunkt, der jedes Jahr für viele Lacher und Applaus sorgt.

Rund um die Weiersbacher Schnittlauchkerb und Fronleichnam wird in der Ortsgemeinde Hoppstädten-Weiersbach also das traditionelle „Katzekopp-Schießen“ veranstaltet. Dies geht auf einen jahrhundertealten katholischen Brauch zurück. Bereits 1273 fanden die ersten Fronleichnamsprozessionen in Deutschland statt. Vor allem der Dominikanerorden trug stark zur Verbreitung des Festtages bei, der 1317 durch Papst Johannes XXII. schließlich für alle Kirchen weltweit angeordnet wurde. Das Böllerschießen in Hoppstädten-Weiersbach ist ebenfalls bis ins 14. Jahrhundert belegt.

Fronleichnam oder in Umgangssprache "Herrgottstag" - ist einer der bedeutenden katholischen Feiertage. Jeweils am zweiten Donnerstag nach Pfingsten wird an diesem Tag die Dankbarkeit für die leibliche Gegenwart von Jesus Christus in Brot und Wein und die Gemeinschaft der Gläubigen Abendmahl gefeiert.

In Hoppstädten-Weiersbach ist es also Tradition, das Fronleichnamsfest mit Salven aus alten Kanonen zu begleiten. An diesen beiden Tagen sind die Bleiderdinger Böllerschützen und die Bollerschützen Hoppstädten aktiv.

Ablauf an Fronleichnam:

  • Mittwochs (vor dem Feiertag): Salutschüsse zwischen 18:00 - 20:00 Uhr

  • Donnerstags (Fronleichnam): Salutschüsse zwischen 09:00 - 13:00 Uhr

Mit den sogenannten Katzenköppen - den historischen Vorgängern von Böllerkanonen werden also Salutschüsse abgegeben. Der Name "Katzekopp" kommt von der kompakten Form der Kanone, die an einen Katzenkopf erinnert.

Fronleichnamsprozession im Ortsteil Hoppstädten

Am kommenden Donnerstag (4. Juni) findet dann im Ortsteil Hoppstädten die Fronleichnamsprozession statt.

Die Prozession startet an der St.-Katharina-Kapelle und führt wie gewohnt entlang des festlich geschmückten Prozessionsweges.


Ablauf und Besonderheiten 2026

Start: St.-Katharina-Kapelle im Ortsteil Hoppstädten

Datum: 4. Juni (Donnerstag) – 09:30 Uhr

Pfarrer: Thomas Linnartz

Der Altar wird wieder vor der Kapelle, direkt vor dem Gebäude, aufgebaut.

Besonderheiten:

Die Prozession führt bis zum Marienhaus Seniorenzentrum St. Anna, wo wieder ein Frühlingsfest stattfindet. Entlang der Strecke werden Blütenteppiche und Fahnen den Weg festlich schmücken.

Für diesen Zweck werden noch Blumenspenden benötigt. Wer frische Blüten aus dem Garten beisteuern kann, hilft damit bei der Gestaltung der Blumenteppiche und trägt zu einem würdigen Ablauf der Prozession bei. Bei Fragen oder zur kurzen Abstimmung bitte eine E-Mail an Corinna Werle senden (Verlinkung vorne nutzen). Vielen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger, die hier unterstützen!

Profanierung der St.-Katharina-Kapelle

Am Tag der Prozession wird das Profanierungsdekret verlesen. Damit wird die Kapelle offiziell entweiht und ihr bisheriger Nutzungszweck als christliche Gebetsstätte aufgegeben. Die Verlesung markiert einen formalen Schritt im Prozess der Profanierung im Bistum Trier.


Hintergrund und weitere Schritte

Alle erforderlichen Schritte hin zu einer Pro­fa­ni­erung und einer möglichen Veräußerung an die Ortsgemeinde wurden eingeleitet. Innerhalb der Ortsgemeinde und der Kirchengemeinde fanden umfassende Beratungen statt. Zahlreiche diözesane Gremien haben sich mit dem Thema befasst. Auf dieser Grundlage wurde dem Bischof ein Antrag zur Profanierung vorgelegt, der Voraussetzung für eine mögliche Veräußerung durch das Bistum Trier ist.

Einladung und Ausblick

Wir laden alle Gemeindemitglieder, Gläubige und Interessierten ein, an der Prozession teilzunehmen und die Stationen mitzugestalten. Die Kombination aus liturgischem Anlass und dem anschließenden Frühlingsfest am Marienhaus bietet Gelegenheit zum gemeinsamen Gedenken und zum Austausch.

Am Fronleichnamstag besteht außerdem die Möglichkeit, das Buch „Die St. Katharina‑Kapelle in Hoppstädten“ direkt vor Ort zu erwerben. Der Erlös kommt vollständig dem späteren Erhalt der Kapelle zugute und unterstützt damit ein wichtiges Stück Ortsgeschichte.

Wer sich ein Exemplar sichern möchte, kann dies rund um die Prozession und die Feierlichkeiten tun.